Presse

Hier können Sie interessante Presseartikel und Veröffentlichungen lesen, die über unseren Verein erschienen sind. Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken

Am 26. März 2022 werden wir eine Vogelschutzhecke pflanzen
OZ Sabine Hügelland 

Bad Doberan. Klima ist ein brisantes Thema, der Weltklimarat stellte kürzlich den zweiten Teil seines sechsten Sachstandsberichts zu den Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur vor. Handlungen seien zwingend erforderlich, denn die Temperatur sei bereits um 1,1 Grad Celsius gestiegen. Fahrrad statt Auto, Bahn statt Flugzeug – schon solche Aktionen könnten helfen, das Klima zu verbessern. Drei Umweltgruppen aus Bad Doberan und dem Ostseebad Nienhagen befassen sich intensiv mit dem Thema. Sie sind die Klimaschützer vor Ort.

2020, arbeitet mit lokalen Vereinen, Bürgern und der Stadt zusammen. Das Ziel unter anderem: mehr natürliche Stadtflächen, mehr Lebensqualität durch umweltfreundlicheres Verhalten. Im vergangenen Jahr beschlossen die 13 aktiven Mitglieder, daraus einen Verein zu machen, um mehr Handlungsspielraum zu erhalten.
„Uns ist es sehr wichtig, die Menschen auf einer Ebene anzusprechen. Nicht von oben herab. Wir wollen niemandem etwas aufzwingen“, sagt der Vorsitzende Dr. Dirk Hollmann. „Informationen geben wir weiter, sodass jeder zu Hause etwas aktiv für den Klimaschutz machen kann. Ansprechpartner für erneuerbare Energien und anderes werden vermittelt. Kommunen, Vereine und Interessierte bringen wir zusammen.“
Des Weiteren steht das Klimanetz für Aktionen wie die Saatgutbox im Reformhaus „Schwester Sylke“ in der Mollistraße 17. „Dort kann sich jetzt jeder kostenfrei Saat-Tüten mitnehmen und sie im Garten oder Balkon aussäen“, lässt Hollmann wissen. „Es sind unsere Aktionswochen Saatgut. Es geht darum, alte Pflanzensorten und keine einmaligen Wegwerf-Hybridsorten anzubauen.“
Die dreiwöchige Aktion wird so gut angenommen, dass bereits für Nachschub gesorgt werden musste. Es lohne sich auf jeden Fall, dies zu nutzen, um für die Umwelt und sich selbst etwas Gutes zu tun.
Ab Mitte März können Interessierte in der Volkshochschule Bad Doberan vonseiten des Klimanetzes in Kooperation mit anderen am „Klimafit“-Kurs teilnehmen. Klimatolerante Bäume werden im April gepflanzt.
Im Rahmen des Kindertages soll zudem ein zentraler Aktionstag stattfinden. „In Kooperation mit den Doberaner Schulen, um Kinder möglichst frühzeitig an das Thema Umweltschutz heranzuführen“, sagt Hollmann.
Der 27. August ist für den zweiten Klimatag vorgesehen. Schon der erste war sehr erfolgreich. Dort stellen verschiedene Unternehmen Möglichkeiten des Umweltschutzes vor.

NUN nennt sich ein weiterer Verein. Dahinter verbergen sich 24 Mitglieder des Vereins für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen (NUN) e.V. Gegründet 2019 ist es unter anderm das Anliegen, Streuobstwiesen anzulegen und standörtlich angepasste Obstbäume zu pflanzen. Mittlerweile stehen 49 Bäume auf etwa 5000 Quadratmeter Fläche. Darunter Walnuss-, Kirsch-, Apfel- und Pflaumenbäume.

„Am 26 März 2022 werden wir eine Vogelschutzhecke in der Nähe pflanzen“, lässt die Vorsitzende des NUN, Brigitte Lange wissen. „Im Frühjahr sorgt sie für Bienennahrung, im Herbst dient sie mit den Früchten Vögeln als Nahrungsquelle“. Der Verein möchte durch das Anpflanzen von Obstbäumen und Blühwiesen das Ostseebad bereichern und damit auch den Rückgang der Bienenpopulation entgegenwirken. Die Blühwiesen helfen den Obstbäumen, den viele Kräuter locken Insekten an, die Baumschädlinge fernhalten.

2021 konnten Nistkästen in der Strandstraße angebracht werden. „Wir haben sie jetzt gereinigt und festgestellt, alle waren besetzt“, freut sich die Vorsitzende.

Am 11. September nehmen die Vereinsmitglieder ihr zweites Apfelfest. Und sie nehmen am Internationalen Ciastal Cleanup Day teil.  

Mecklenburg-Vorpommern will mit einem neuen Ökowertpapier die Neuanlage von Hecken unterstützen. Noch in diesem Jahr solle der „Hecken-Scheck“ als viertes Ökowertpapier im Nordosten ausgegeben werden, teilte das Schweriner Umweltministerium gestern mit. Als erstes Ökowertpapier startete im Jahr 2006 die „Waldaktie“, durch die rund eine Million Euro für Aufforstungen eingenommen wurden.

Im Jahr 2011 folgten die MoorFutures“, durch deren Verkauf laut Ministerium mit etewa 900 000 Euro bislang drei Projekte zur Wiedervernässung von Mooren umgesetzt wurden. Seit 2015 gibt es zudem den „Streuobstgutschein“. Die Einnahmen aus dem Verkauf finanzieren die Neuanlage und die Pflege von Obststreuwiesen. Etwa 1000 Scheine wurden schon verkauft, womit eine Investition von 100 000 Euro in Sreuobstwiesen möglich sei, hieß es.

Die Nachfrage nach Ökowertpapieren sei weiterhin ungebrochen, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). „Wir freuen uns sehr über das große Interesse und reagieren mit einem eigenen Internetauftritt“. Interessierte könnten Informationen über die Ökowertpapiere unter
www.z-eco.de abrufen.   

Nienhäger Zeitung , Ausgabe Nr. 37, Dezember 2021

Verabschiedung KITA-Kinder

Am 18.06.2021 war es wieder soweit. Die zukünftigen Schulanfänger vom Kindergarten Waldgeister wurden verabschiedet. Sigrid Sasse und Sabine Scholz vom Verein für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen (NUN) e.V., die mit den Kindern das Beet vor dem Kindergarten betreuen, haben zu diesem Anlass liebevoll kleine Schultüten gebastelt und mit allerlei schönen Dingen gefüllt.
Wir danken den Kindern für die schöne Zeit und wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft.

Kräuterwanderung
Für den 22.08.2021 lud der Verein für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen (NUN) e.V. zu einer Kräuterwanderung im Nienhäger Wald ein. Der Einladung sind 14 Mitglieder, Unterstützer und Interessierte gefolgt.
Wir hatten großes Glück, die Heilpraktikerin Antje Katreniok dafür zu gewinnen. Antje Katreniok hat schon in frühen Jahren durch ihre Familie die Wildkräuter kennengelernt und ihre Passion zum Beruf gemacht. Mit ihr hatten wir eine kundige Beraterin an unserer Seite, die zu jeder Frage eine passende Antwort hatte.
Treffpunkt war an der KITA und dort hatten wir die erste Begegung mit den Lindenbäumen an der Strandstraße. Wenn im Frühjahr die zarten Blätter der Linde sprießen, können diese geerntet und z.B. im Salat verarbeitet werden.
Weiter ging es Richtung Wald. Hier begegnete uns u.a. der Gundermann. Fast das ganze Jahr über kann man den Gundermann frisch ernten. Selbst unter dem Schnee treibt er frische Blättchen und ist im Frühjahr eines der ersten verfügbaren Wildkräuter. Die leicht gekerbten nieren- oder herzförmigen Blätter sind reich an Vitamin C, Kalium und Kieselsäure.
Auch der Spitzwegerich war nur unweit entfernt. Auch wenn die Blätter des Spitzwegerichs essbar sind und von Wildkräuterfans geschätzt werden, kommt Spitzwegerich weit häufiger als Heilpflanze bei Husten und Heiserkeit zum Einsatz. In diesem Zusammenhang wird Spitzwegerich in alten Schriften als Heilwegerich tituliert.
Weiter ist zu erwähnen, das wir u.a. Giersch, Schachtelhalm, Nelkenwurz, Waldmeister, Klettenlab, Knoblauchrauke, Löwenzahn, Johanneskraut und vieles mehr im Nienhäger Wald entdeckt haben.
Was wäre eine Kräuterwanderung, wenn man zum Abschluss nicht auch diese Köstlichkeiten aus dem Wald schmecken und riechen kann?
So gab es zum Ende der Kräuterwanderung ein Picknick mit sellbstgebackenem Brot, Kräuterbutter und Dips aus Wildkräutern, zubereitet von Antje Katreniok.

Fledermausexkursion
Am 29.08.21 trafen sich Mitglieder und Unterstützer zur 1. Fledermausbegehung im Ostseebad Nienhagen.
Schön, dass wir den Fledermausexperten Dirk Seemann dafür gewinnen konnten. Die Erfahrungen und Ergebnisse waren für uns sehr überraschend. Denn Fledermaus ist nicht gleich Fledermaus.
Ziel dieser Umweltbildungsaktion war es, den Vereinsmitgliedern & Unterstützern das Leben und Wirken der heimischen Fledermäuse näher zu bringen. Am 14.06.2021 führten wir eine Vorbegehung durch, um einen ersten Einblick in das lokale Artengefüge zu bekommen und eine fledermausträchtige Tour zu erarbeiten. Am 29.08.2021 folgte dann die eigentliche Gruppenexkursion.
Auf unseren beiden Exkursionen konnten wir sechs Fledermausarten beobachten. Die Artenzahl und die festgestellten Arten sind für eine so ausgestattete Ortschaft durchaus üblich und auch zu erwarten. Mit einigen weiteren Arten kann gerechnet werden.
Dominant waren hier Zwerg- und Mückenfledermäuse. Beide Arten bewohnen meist Spaltenquartiere an Gebäuden, aber auch andere Verstecke (Fledermauskästen, Baumquartiere) können genutzt werden. Beide Arten haben mit Sicherheit im Ort und/ oder im nahen Wald Quartiere. Dafür spricht auch das frühe Auftreten in der Dämmerung und die hohe Aktivität. Für beide Arten konnten wir die zwei erfaßten Regenrückhaltebecken im Ortskern von Nienhagen und den Waldrand als Jagdgebiete identifizieren. Hier konnten wir auch mehrfach Sozialrufe beider Arten aufzeichnen. Helle und beleuchtete Straßen wurden ebenfalls beflogen, hier fand aber während unserer Begehungen keine Jagd statt.
Von den weiteren Arten gelangen jeweils nur wenige Aufnahmen. Ob sie in der Ortslage oder im angrenzenden Wald Quartiere nutzen oder aus einiger Entfernung anflogen, muss vorerst ungeklärt bleiben. Die Beobachtungen an beiden Abenden waren so kurz und sporadisch, dass wir die Arten nicht alle direkt im Gelände erkannten und kommentieren konnten. Einige fand Dirk Seemann erst bei der Rufauswertung.
Die Raumhautfledermaus kann sowohl in Gebäudequartieren als auch Baumquartieren vorkommen. Nur eine einzige Aufnahme in der Ortslage lässt keine weitere Aussage zum Vorkommen zu.
Die Breitflügelfledermaus ist ebenfalls ein Gebäudebewohner. Die Beobachtungen schon in später Dämmerung lassen ein Vorkommen im Ort möglich erscheinen.
Die Wasserfledermaus nutzt vorwiegend Baumquartiere. Sie fliegt abends erst bei völliger Dunkelheit aus und meidet möglichst beleuchtete Gebiete. Die beiden von uns begangenen Regenrückhaltebecken sehen aus menschlicher Sicht als Jagdgebiet gut geeignet aus und werden zumindest gelegentlich auch genutzt. Quartiere und Jagdgebiete dieser Art können sich aber z.B. auch im Wald befinden.
Der Abendsegler bewohnt meist Baumquartiere. Ein Teil seiner Jagd findet in größeren Höhen im freien Luftraum statt. Mit seinen schnellen Flügen kann er dabei große Entfernungen zwischen Quartieren und Jagdgebieten zurücklegen. Unsere Aufnahmen entstanden jeweils relativ spät in der Dunkelheit, das lässt keine Rückschlüsse auf nahe oder ferne Quartiere zu. Die wenigen beobachteten Tiere können sowohl aus nahe liegenden Vorkommen stammen als auch eine größere Anreise hinter sich haben. Das bleibt uns vorerst unbekannt.
Abendsegler und Raumhautfledermaus zählen zu den wandernden Arten, die teilweise Sommerlebensräume in Skandinavien und im Baltikum nutzen, den Winter aber in Südwesteuropa verbringen können. Über diese Zugbewegungen ist noch wenig bekannt. Ob in welchem Maße die Küstenlinie dabei eine Rolle spielt ist eine spannende Frage.

Küstenputztag
Die Vermüllung der Meere nimmt immer mehr zu!
Dem entgegen zu wirken ist das Anliegen des Küstenputztages.
Seit über 30 Jahren ruft die US Umwelt-Organisation Ocean Conservancy zur größten freiwilligen Meeresschutzaktion auf. Dieses Jahr fand der Küstenputztag am 19.09.21 statt.

Unser Verein schloss sich dieser Initiative wieder am Strand von Nienhagen zum 3. Mal
an und rief die Einwohner Nienhagens dazu auf, mizumachen. Es nahmen ca. 25 Personen teil.

Es wurde in 4 Abschnitten gesammelt:
1. Östlich von der Haupttreppe bis zur Treppe Schulweg
2. Auf der Strandkorbwiese
3. Westlich von der Haupttreppe bis zum Aufgang Hundestrand
4. Promenade und Gespensterwald an der Steilküste in dem von der Forst abgesperrten Gebiet bis zum Abgang Hundestrand

Für die Sammler wurden Wasser, Kaffee, Tee, Kuchen und ein Flammkuchen von Vereinsmitgliedern bereitgestellt, was dankbar angenommen wurde.

Es wurden 16,5 kg allgemeiner Müll und 1,61 kg Zigarettenkippen gesammelt.
Unter dem allgemeinen Müll waren 3 Flaschen, sehr viele Plastikblumen von „Fotografen“ an der Steilküste im Gespensterwald, Hundekotbeutel, Tempotaschentücher, Gemüse (Porree, Paprika) und sonstiger Plastikmüll.
Das Ergebnis der diesjährigen Sammlung lag unter dem von 2020, denn da wurden 49 kg Müll und 2 kg Zigarettenkippen gefunden. Das zeigt, dass sich das Verhalten der Strandbesucher in Hinblick auf Müllvermeidung bzw. Entsorgung verbessert hat.

Apfelfest
Am 02.10.2021 fand unser 1. Apfelfest auf der Festwiese zusammen mit dem Kleingartenverein „Am Gespensterwald“ statt. Das Fest wurde um 10.00 Uhr von den Vereinsvorsitzenden Frau Lange und Herrn Krüger eröffnet.
Vielfältige Angebote erwarteten die Besucher.
Schon zu Beginn des Festes kamen viele junge Familien mit Ihren Kindern, die sich sehr auf das Bauen der Nistkästen und Insektenhotels freuten. Es wurden 33 Nistkästen und ca. 40 Insektenhotels gebaut.
Die „kleinen Handwerker“ zog es gleich in das Zelt, in dem auch die Apfelbestimmung stattfand. Der Verein stellte Bausätze für den Bau der Nistkästen kostenlos zur Verfügung. Schon bald ertönte lautes Hämmern aus dem Zelt. Eine Familie war sogar mit 4 Kindern dabei. „Endlich ergibt  sich die Gelegenheit mit den Kindern unter fachlicher Anleitung ein lang geplantes Vorhaben zu verwirklichen“, sagte der Vater. Zuhause werden die Nistkästen von den Kindern kreativ gestaltet und ein Foto an den Verein geschickt. Die Veröffentlichung der drei schönsten Nistkästen erfolgt auf unserer Homepage und in der nächsten Nienhäger Zeitung.
Nach anstrengendem Hämmern konnten „die kleinen & großen Handwerker“ sich am Kuchenbasar, Bratwurststand oder mit vegetarischen Suppen stärken. Ein kulinarischer Höhepunkt war das Schwein am Spieß von Werner Scherpenske aus Rhinow bei Rathenow.
Für die Apfelbestimmung konnte Dr. Höhne vom Pomologenverein MV gewonnen werden. Er selbst brachte zur Anschauung seltene und alte Apfelsorten mit. Auch die Nienhäger konnten ihre Obstsorten zur Bestimmung mitbringen, was gut angenommen wurde.
41 Jahre Gartenverein am Gespensterwald e. V.
Eine sehr gute Zusammenarbeit entwickelte sich seit Gründung des NUN mit dem Nienhäger Gartenverein, der inzwischen sein 41-jähriges Bestehen feierte. Er leistet als „grüne Lunge“ und Freizeittreff von 12 Nienhäger Familien und vielen Rostockern einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz in unserer Gemeinde.
Auf unserem Apfelfest präsentierten sich die Gartenfreunde mit einer attraktiven Auswahl an Blumen sowie frischem Obst und Gemüse. Zwischen den Gärtnern und Besuchern kam es zu vielen Fachgesprächen über den ökologischen Anbau der Kulturen.
Den Erlös aus dem Verkauf der Gartenprodukte sowie kunstgewerblichen Artikel in Höhe von 400 € spendeten die Gartenfreunde einem vom Hochwasser an der Ahr betroffenen
 Gartenverein in Erfstadt.
Am Stand der „Kräuterinsel“ aus Wredenhagen (Müritz) wurden selbstgemachte Kräutertees und Liköre präsentiert. Besonders spannend war der Fichtenspitzenlikör. Zuerst schmeckte man den Wald und dann die Süße. Eine tolle Kombination.
Das Rahmenprogramm wurde von 2 Vorträgen begleitet: „Faszination Wild- und Honigbiene“ mit Biologin Ina Sakowski und dem Vortrag „Zurück zu den Wurzeln“ mit Bianca Hillmann, die sehr gut ankamen.
Selbstverständlich hatte der NUN auch einen Stand auf der Festwiese. Hier konnten sich die Besucher über den Verein und deren Aktivitäten erkundigen. Außerdem gab es neben Gelees, Marmeladen. Lavendelkissen, Obstbränden, Apfelsaft, bezaubernde Keramik und vieles mehr. Großen Anklang fanden die Postkarten, die nach selbst gezeichneten Motiven eines Vereinsmitgliedes gedruckt wurden. 
Die Livemusik von Marco Hellweg & Friends trug zur guten Stimmung bei.
Fazit: Das 1. Apfelfest war ein Erfolg. Die Stimmung war sehr angenehm, tolle Gespräche kamen zu Stande, der Verein für Natur- und Umweltschutz und der Kleingartenverein hatten eine tolle Plattform, um sich und ihre Belange zu präsentieren.
Wir freuen uns schon jetzt auf das 2. Apfelfest 2022!
Der Verein für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen wird die Spendengelder für weitere geplante Umweltprojekte, wie z.B. das Anpflanzen einer Hecke für den Vogelschutz „An den Weiden“ verwenden.

Wir haben Ihr Interesse an unserer Vereinsarbeit geweckt? Auf unserer Internetseite www.nun-ostseebad-nienhagen.de finden Sie ausführliche Informationen zu unseren Projekten und vieles mehr. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben. Wir benötigen Ihre Hilfe! Werden Sie Mitglied oder Unterstützer. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Familie!

Kontaktdaten:
Brigitte Lange
Ahornring 42, 18211 Ostseebad Nienhagen
Tel.: 038203 81584
Mail: info@natur-und-umweltschutz-ostseebad-nienhagen.de

Autoren: Brigitte Lange & Sabine Scholz
Fotos: Diverse

Nienhäger Naturschützer wollen alten Trafoturm erhalten
OZ vom 01.10.2021 von Lennart Plottke

Anmerkung der NUN-Redaktion: Am Ende des Artikels finden Sie den „Antrag Edis-Turm.

Nienhagen. Noch steht er auf dem kleinen Friedhof im Ostseebad Nienhagen wie ein Fremdkörper: der alte Trafoturm – ein grauer Betonklotz, unansehnlich, im unteren Teil mit Graffiti besprüht. Der Verein für Natur- und Umweltschutz (NUN) e.V. will diesen traurigen Zustand ändern – und das Bauwerk zukünftig nutzen, um Nist- und Brutplätze für Fledermäuse, Schleiereulen und andere Vögel zur Verfügung zu stellen. „Der Turm ist eingebettet im Schatten eines wunderbaren alten Baumbestandes, in einer einzigartigen Pflanzenvielfalt“, erklärt die Vereinsvorsitzende Brigitte Lange. „Viele Vogelarten leben in dieser Ruhe, obwohl der Friedhof an einer befahrenen Straße liegt“.

Hintergrund: Am Friedhof wurde in der 1930er-Jahren ein massiver Trafoturm aus Mauerstein errichtet. Die Technologie des Turms ist inzwischen überholt. Die Edis AG habe ei wirtschaftliches Interesse, die Nutzung aufzugeben und wolle in der Gemeinde übergeben oder biete alternativ an, ihn abzureißen, stellt Lange klar: Die Übernahme des Turms durch die Gemeinde würde durch die Edis AG finanziell unterstützt werden – die Mittel könnten für die Sanierung bereitgestellt werden.“ Selbst die Einrichtung von Nistplätzen für Fledermäuse wäre finanziell förderfähig.
Der Trafoturm befinde sich in einem guten Zustand, erklärte Brigitte Lange: „Auch das Dach ist dicht.“ Der Turm stehe auf gemeindeeigenem Gelände und stelle keine Gefährdung durch den fließenden Verkehr da. Im Mai 20230 sei ein Vorschlag des Vereins, den Turm zu erhalten, abgelehnt und stattdessen entschieden worden, das Bauwerk abzureißen, sagte Lange.

Nienhagens Hauptausschuss habe den Antrag im vergangenen Jahr besprochen – allerdings im Ergebnis den Abriss des Turm mit knapper Mehrheit beschlossen, ohne dafür die Gründe zu protokollieren. „Unsere Argumenten wurden einfach abgebügelt“, ärgert sich auch Vereinsmitglied und Gemeindevertreter Thomas Engelhardt. „Es hat keinerlei Dialog stattgefunden.“ Insgesamt gäbe es im Ostseebad keine Kultur, auf Engagement der Bürger einzugehen, das Dorf nach vorn und Menschen zusammenzubringen, machte Engelhardt deutlich.: „Da ist man schon leicht frustriert.“ Der Turm stehe in der Nähe des historischen Ortszentrums, sagte auch Harald Liepert, Mitglied der AF Ortschronik sowie des Tourismusausschusses: „Nienhagen wächst in östlicher Richtung weiter – das wird hier künftig ein zentraler Platz sein.“
Nach dem Votum im vergangenen Jahr habe der Hauptausschuss jetzt erneut über einen entsprechenden Antrag des Vereins abgestimmt, sagte Bürgermeister Uwe Karl (CDU): „Es ist bei der damaligen Entscheidung geblieben, den Turm abzureißen.“ Nach seiner Auffassung handele es sich beim alten Trafoturm um einen städtebaulichen Missstand, macht auch Gemeindevertreter und Bauausschussvorsitzender Haie-Jann Krause deutlich: „Für mich war der schon als Kind ein Schandfleck – ich jedenfalls freue mich, wenn der Turm weg ist, und alle Ur-Nienhägerr freuen sich sicher auch.“

Der umfangreiche Antrag sei zweimal kontrovers im Hauptausschuss diskutiert worden, so Krause: „Wie lange wollen wir noch darüber sprechen – bis es dem Verein passt? Der Trafoturm müsse ja kein Schandfleck bleiben, betonte Thomas Engelhardt. Wie es gehen kann, sehe man beispielsweise im sachsen-anhaltinischen Naumburg – hier steht der Artenschutzturm „Alter Trafo“, der vor einigen Jahren vom Naturschutzbund als Schutzquartier für Fledermäuse und Vögel ausgebaut wurde: „Das würden wir hier auch hinbekommen.“

Was dazu komme, erklärte Brigitte Lange: „Die Umnutzung von Trafotürmen wird von den Naturschutzbehörden in MV begrüßt, gefördert und bezuschusst – Fördermittel könnten beantragt werden.“ Viele alte Gebäude würden heute abgebrochen, obwohl sie modernisiert werden könnten. Zunehmend sei immer mehr Architekten und Stadtplanern dieser Abrisstrend ein Dorn im Auge: „Vor allem aus umwelt- und Klimaschutzgründen.“ Und: In der anhaltenden Diskussion und den Überlegungen, den Friedhof zu sanieren und pietätvolle und würdige Begräbnisse zu ermöglichen, habe sich ein zusätzlicher Vorschlag entwickelt: „Es geht darum zu überlegen, ob der Turm durch eine kleine Trauerhalle in leichter Holzständerbauweise ergänzt werden könnte – Bestatter haben es als unwürdigen Zustand beschrieben, dass die Trauernden bei Regen keinen Platz haben, an dem die Urne geschützt aufgestellt werden kann.“

Insgesamt eigne dich der Turm außerordentlich als Schutzraum für Insekten unterschiedlichster Vogelarten und als Schmuckstück im äußeren Bild der Gemeinde, ist Lange überzeugt: „In einem weiteren Schritt könnte er dazu dienen, menschenwürdige Trauerrituale vor Ort und nicht in den umliegenden Orten und Kirchen zu vollziehen.“

Tourismus sei ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor, machte Brigitte Lange deutlich und schlägt vor: „Warum nicht ein Modellprojekt Edis-Turm starten? Alle reden immer von touristischer Infrastruktur und vom qualitativen und nachhaltigen Wachstum des Tourismus.“

Dem Ostseebad würde ein nachhaltiges und ökologisches Modellprojekt „sehr gut zu Gesicht stehen und es auch in der Urlaubsregion ein kleines Stück bekannter machen.“

 

Nienhäger Zeitung, Ausgab 36 – Diverse Projekte

Trotz der Coronabedingten Einschränkungen ist bei uns viel POSITIVES passiert!

–> Teilnahme am regioalen Küstenputztag

–> -Aufstellung eines großen Insektenhotels

–> 2. Baumpflanzung

–>Erste Nistkästen in der Strandstraße

–>Eröffnung des Obstlehrpfades

–> Ansitzhilfen für Greifvöge

–>-Apfelfest im Herbst 2021

REGIONALER KÜSTENPUTZTAG am 19. September 2020
Die Vermüllung der Meere nimmt immer mehr zu! Dem entgegen zu wirken ist das Anliegen des Küstenputztages. Seit über 30 Jahren ruft die US Umwelt-Organisation Ocean Conservancy zur größten freiwilligen Meeresschutz- aktion auf. Auch unser Verein (NUN e.V.) schloss sich dieser Initiative wieder am Strand von Nienhagen an. Mit engagierten Nienhägern und vielen Gästen wurden an diesem Vormittag ins- gesamt 49 kg Müll gesammelt, darunter waren: 3 Eisenteile – 8 kg, Zigarettenkippen – 2 kg, 1 Kanister, ge- füllt – 24,5 kg, 1 Plastrohr – ca. 50 cm lang. Der Hauptbestandteil des Mülls bestand aus Plastik, Alu- papier, Schaumpolystyrolstücke, Papier, Papiertaschentücher, Kronkorken, 31 Glasflaschen, Zigarettenkippen, 15 Hundebeutel und vieles Andere mehr.

 

Der Plastikmüll ist sehr gefährlich, denn bis zur völligen Zersetzung von Plastik können mehrere Hundert bis Tausend Jahre vergehen. Bis dahin zerfällt es lediglich in immer kleinere Partikel. Diese kleinen, festen und wasserunlöslichen Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden Mikroplastik genannt. Mikroplastikpartikel gelangen problemlos in die Körper von Meerestieren und können durch deren Verzehr auch in den menschlichen Organismus aufgenommen werden. Eine Zigarette ist eigentlich ein Wunderding der Tabakindustrie. Bis zu 4000 unterschiedliche Chemikalien stecken darin, sodass die Tabakindustrie eigentlich eine Unterabteilung der Chemiebranche ist. Viele dieser Chemikalien bleiben im Filter zurück und gelangen ins Ökosystem, sobald man den Rest einer verglimmten Zigarette achtlos wegwirft.

Bereits ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser reicht aus, um die Hälfte der darin schwimmenden Fische zu töten – kleinere Wassertiere reagieren meist noch sensibler auf die Giftstoffe. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von Thomas Novotny, Professor der Division of Epidemio- logy and Biostatistics an der San Diego State University. Die vielen Zigarettenkippen könnten durch die konsequente Nutzung der Strandaschenbecher vermieden werden. Aus diesem Grund rufen wir auch für den diesjährigen REGIONALEN KÜSTENPUTZTAG am 18.09.2021 engagierte Mitstreiter auf! TREFFPUNKT: 10:00 Uhr, Stranduhr

 

AUFSTELLUNG EINES INSEKTENHOTELS
Die Natur braucht unsere Hilfe ! Für Jens Schröter mit ein Grund vier Tage seines Urlaubs zu opfern, um ein Insektenhotel von zwei mal zweieinhalb Metern im Auftrag unseres Vereins für Natur- und Umweltschutz im Ostseebad Nienhagen zu bauen. Der 45-jährige lebt eigentlich in Hessen, ist Lokführer und war zu Besuch in Nienhagen. Fast alles machte er allein, um unseren Verein zu entlasten. Unterstützung erhielt er von einer Familie, die den Strom für die Bohrmaschine zur Verfügung stellte sowie durch ein Vereinsmitglied. Das Insektenhotel besitzt zwölf Einschübe. 11 Familien und eine Gruppe der KITA Waldgeister bestückten diese Einschübe. Alle hoffen, das eine Vielzahl von Insekten angelockt werden und die Obstbäume viele Früchte tragen. Eingeweiht wurde das Insektenhotel am 17. Oktober 2020 und war ein weiter Höhepunkt während des
2.Pflanzfestes.

2. BAUMPFLANZFEST 2020

Unsere 2. Pflanzaktion seit Bestehen unseres Vereins folgten am 17. Oktober mit 35 Nienhäger und Gäste. Coronabedingt alles auf Abstand! Die meisten Teilnehmer übernahmen eine Baumpatenschaft. 21 Obstbäume alter Sorten kamen an diesem Tag in die Erde inmitten der gemeindeeigenen Wiese im Wohngebiet An den Weiden. Damit stehen insgesamt 49 Obstbäume auf der Streuobst- wiese am WISCHENHUUS.

ERSTE NISTKÄSTEN IN DER STRANDSTRASSE
Eigentlich wollten wir 20 Nistkästen mit Nienhäger Schulkindern im vergangenen Herbst bauen, doch das ging wegen der Corona-Bestimmungen nicht. Vereinsmitglieder fertigten symbolisch 5 Nistkästen in der heimischen Werkstatt nach NABU-Bauplan an. Die Nisthilfen wurden am 6. März an 5 Kastanienbäumen in der Strandstraße angebracht.

Diese Bäume wurden bewusst gewählt, um den Befall der Miniermotte an den Kastanien eindämmen zu können. Das Anbringen der Nistkästen erfolgte artengerecht, die Empfehlungen des NABU, wie Höhe, Ausrichtung und die Verwendung von rostfreien Alunägeln wurden eingehalten. Beim Anbringen durfte der vierjährige Pacey Branstner zu Papa auf die Leiter. Pacey hofft, das vor seiner Kita „Waldgeister“nun auch ein Vogelpaar brüten wird. Wir möchten an unserem Plan festhalten und hoffen die restlichen 15 Nistkästen mit den Kindern in diesem Jahr bauen zu können. Mögen unsere Nisthilfen dazu beitragen mehr Vögel anzulocken.

OBSTLEHRPFAD ERÖFFNET
Unsere 49 gepflanzten OBST – PATEN – BÄUME im Wohngebiet “An den Weiden” zieren seit 20. März 2021 wunderschöne und vor allem informative Sortenschilder. Damit ist es uns gelungen einen OBSTLEHRPFAD vor allem mit alten Obstsorten in unserem herrlichen Ostseebad Nienhagen anzulegen. Dieses Ereignis gemeinsam mit unseren Einwohnern auf der Obst-Streuwiese zu begehen, war der Plan. Leider ließ die Corona-Situation dies nicht zu. Schauen Sie doch mal im Wohngebiet “An den Weiden” bei einem Ihrer Spaziergänge vorbei ! Es ist ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Vielleicht können Sie auch die ersten „Hotelgäste“ im Insektenhotel begrüßen, der Weg führt direkt daran vorbei.

ANSITZHILFEN FÜR GREIFVÖGEL
Für die Greifvögel erwies sich das Anbringen von Ansitzhilfen notwen- dig, da bereits an 2 Obstbäumen der Leittrieb abgebrochen war. Wir führten dies auf einen Falken zurück, der in diesem Bereich häufig beobachtet wurde. Klaus Funke und Wolfgang Lange brachten im Januar 3 Ansitzstangen an die Baumpfähle der gepflanzten Obstbäume auf der Streuobstwiese an.

Selbst auf große Entfernung können die Greifvögel die Wühlmaus aufspüren und diese effektiv bekämpfen. Da- mit sich die Greifvögel in der Umgebung wohl fühlen, sind Ansitzstangen notwendig. Auf dieser können sich die Vögel ausruhen und Ausschau nach den Wühlmäusen halten.

APFELFEST IM HERBST 2021
Unser Verein lädt am 02.10.2021 zusammen mit dem Kleingartenverein „Am Gespensterwald e. V.“ zum ersten Apfelfest ein. Die Besucher erwarten Apfelbestimmungen, Fachvorträge zur Obstbaumpflege und Bienenweide, Blumentauschbörse, Gartenflohmarkt sowie ein Kuchenbasar und natürlich kulturelle Umrahmung. Weiterhin ist der Bau von kleinen Insektenhotels und Nistkästen für Meisen mit Kindern geplant und das Bemalen von Keramik mit Naturmotiven. Eine Beteiligung an der Blumentauschbörse, dem Gartenflohmarkt und dem Kuchenbasar würde uns sehr freuen. Bitte melden Sie diesbezüglich Ihre Teilnahme bei Frau Lange an: brigitte.lange57@gmx.de.

Das Apfelfest findet auf der Festwiese, Strandstraße 16 (hinter der KITA) statt. Der Eintritt ist frei. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Die Veranstaltung findet vorbehaltlich der Durchführbarkeit statt. Weitere Informationen gibt es zu gegebener Zeit.

ANMERKUNG: Der Bau des WISCHENHUUS, der Bau des Insektenhotels und das Aufstellen aller Schilder wurde nur möglich durch die Bewilligung der Fördermittel über die BINGO-Lotterie, dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow und der Unterstützung der Filiale BAUHAUS ROSTOCK: Wir hoffen Ihr Interesse an unserer Vereinsarbeit geweckt zu haben.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben: brigitte.lange57@gmx.de

Wir benötigen Ihr Hilfe! Werden Sie Unterstützer oder Mitglied – Wir freuen uns auf Sie!

Autor und Fotos: Martina Schröter >Ihr Verein f̈ur Natur- Kontaktdaten: und Umweltschutz (NUN) e.V.

Kontakt: Brigitte Lange Ostseebad Nienhagen (NUN) e. V. Tel.:038203 81584 E-Mail: info@nun-ostseebad-nienhagen.de

Ostseezeitung Bad Doberan 2021 – Verein baut Nistkästen

Die Nistkästen sollten eigentlich bereits hängen. „Doch weil wir wegen Corona unser Herbstfest 2020 nicht durchführen konnten, blieb das auf der Strecke“, sagte Brigitte Lange, Vorsitzende des Vereins für Natur- und Umweltschutz (NUN) e.V.. „Jetzt haben wir 5 angefertigt, symbolisch für den Rest.“ 15 möchten die Mitglieder unbedingt mit Schülern noch in diesem Jahr bauen, so der Plan.

Martina Schröter, Uwe Schulze, Christel Hödl, Ralf Zientek und Sabine Scholz vom NUN fertigten je einen Nistkasten nach Bauanleitung an. „Die Bretter für alle 20 Kästen schenkte uns die Forst Bad Doberan. „Einen Dank dafür“, sagte Martina Schröter. „Wir hoffen durch die Kästen mehr Vögel anzulocken, die den Befall der Miniermotte eindämmen können“, sagte Brigitte Lange. „Die Motte schädigt Kastanien“.

Am 2. Oktober soll dann endlich das erste Herbstfest stattfinden.

Am 6. März 2021 wurden die Kästen dann mit den Mitgliedern und Unterstützern angebracht.

Ostsee Zeitung – Gerätehaus für Streuobstwiese entsteht

OZ von Sabine Hügelland

Nienhagen. Wohin nur mit all den Gartengeräten, Kanistern und Schläuchen fragten sich die elf Mitglieder des Vereins für Natur- und Umweltschutz im Ostseebad Nienhagen (NUN) e.V.

Jetzt schritten sie zur Tat und bauten ein Gerätehaus auf die Obststreuwiese „An den Weiden“. in das unter anderem auch Material für Nistkästen und Insektenhotel hineinkommt.

Der Platz für das Gerätehaus wurde weise gewählt. Es befindet sich am Rand der Obststreuwiese und passt sich in die Umgebung ein.

Blockbohlenhaus entstand aus einem Bausatz
„Der Standort wurde in Absprache mit dem Zweckverband Kühlung und der Gemeinde gewählt“ sagte NUN-Vorsitzende Brigitte Lange, die ebenfalls fleißig beim Aufbau half. Das um die neun Quadratmeter kleine Blockbohlenhaus war ein Bausatz, den einige Mitglieder des NUN in Eigenregie aufbauten. Viel galt es auch zu streichen und die Ehranamtler gaben richtig Gas, den eigentlich wollten sie bereits am vergangenen Freitagbeginnen, doch da machte ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung. De Bodenplatte konnte bereits Ende Juni angebracht werden. „Erst bekamen wir einen Schreck weil die Fudamenthölzer nicht zu sehen waren“, sagte Brigitte Lange. Doch zum Glück war dann das Material doch vollzählig. „Wir hatten ja Fördermittel beantragt „, so die Nienhägerin. „Einmal beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Güstrow und weitere bei der Umwelt-Bingo-Lotterie Bremen. Insgesamt sind es so an die 8.000 Euro, die wir jedoch erst vorstrecken müssen. Einen Teil davon nutzen die Vereinsmitglieder, um das Gerätehaus zu finanzieren.

Weitere 20 Obstbäume sollen gepflanzt werden

„Des Weiteren möchten wir im Oktober einen Obstlkehrpfad einrichte, der vom Gerätehaus an den von uns im vorherigen Jahr gepflanzten Bäume entlang führt“, sagte Brigitte Lange. „Inklusive der zusätzlichen Anpflanzung von 20 weiteren Obstbäumen“.

damit stünden dann insgesamt 48 Obstbäume auf der gemeindeeigenen Wiese. Ergänzend kommen zwei große Schilder auf die Wiese, die das Thema Obststreuwiesen aufgreifen sowie über Bienen informieren, die schließlich für die Bestäubung notwendig sind, damit Obst überhaupt entsteht.

„Jeder Baum erhält auch ein Artenschild“, sagte Brigitte Lange. Der jeweilige Name des Baumes, wann die Früchte reif sind, wie sie schmecken und auf die Verwendung des Obstes sollen darauf lesbar sein. Auch das ist im Oktober geplant. „Weiteres Geld aus der Förderung möchten wir in ein großes Insektenhotel fließen lassen“, sagte sie.

„Wenn der Obstlehrpfad installiert ist, haben wir vor,  mit Schülern Begehungen durchzuführen und ihnen die Wichtigkeit solcher Streuobstwiesen näher zu bringen“, so Brigitte Lange weiter. „Das geht natürlich nur, wenn die Erlaubnis coronabedingt für solche Veranstaltungen vorliegt.“

Schon für September  wünschen dich die NUN-Mitglieder, ein Apfelfest durchführen zu können. Geplant ist der 12. September. Wir wollen Nistkästen für Vögel bauen, Keramik mit den Kindern bemalen und einen Kuchenbasar soll es auch geben“, lässt die Nienhägerin wissen.

Gartenverein am Gespensterwald wird 40

„Vor allem jedoch wird das Fest gemeinsam mit dem Kleingartenverein „Am Gespensterwald“ des Ostseebades stattfinden, denn der feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Der NUN-Verein nimmt gern neue Mitglieder uf. „Aber ebenfalls brauchen wir Unterstüzer, die kein Mitglied sein, dennoch helfen wollen“, lässt Brigitte lange wissen. Spenden sind natürlich immer gen gesehen, denn die NUN-Mitglieder arbeiten ehrenamtlich zum Wohle der Natur und des Ortes und möchten noch viele Projekte durchführen. Die Vereinsgründung fand Juni 2019 statt. Brigitte Lange machte auf der Bürgerversammlung zur Vorstellung der Gemeindeentwicklungskonzeption 2017 den Vorschlag, eine Obststreuwiese im Ostseebad Nienhagen zu errichten. Spontan schlossen sich acht Einwohner an.

Das produzierte Obst und die Obstprodukte sollen einmal der Allgemeinheit zugutekommen. Leiderre war die  Telefonnummer im neugedruckten Flyer des Vereins unvollständig.

Kontakt zum NUN: Brigitte Lange: 038203/81584.

Anmerkung der NUN-Redaktion:  Aufgrund der Corona-Pandemie fanden das Apfelfest sowie die Feier des Kleingartenvereins nicht statt.

Ostseezeitung
2. Pflanzfest, Einweihung des Insektenhotels und Blumenzwiebeln für mehr Natur

OZ von Sabine Hügelland 

Nienhagen. Immer grüner wird das Ostseebad Nienhagen. Viele junge Familien mit Kindern kamen am 17. Oktober 2020 zum zweiten Pflanztest des Vereins für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen (NUN) e.V.. Gegründet im vergangenen Jahr, haben die Mitglieder viel erreicht. Mittlerweile gibt es eine Obststreuwiese von rund 5000 Quadratmetern, auf der am Sonnabend 20 weitere Obstbäume (jetziger Bestand: 49 Bäume) gesetzt wurden. Darunter Walnuss, Kirsch-, Apfel-und Pflaumenbäume.

Der Nienhäger Wolfgang Lange erklärt, wie Bäume fachgerecht in den Boden kommen. Jedem Baum wurde ein Platz zugewiesen, damit sie sich später, wenn sie ausgewachsen sind, nicht im Wege stehen.

Den Höhepunkt bildete jedoch die Einweihung des Insektenhotels, das Jens Schröter baute. Er bereitete auch auch die Kästen vor, die individuell von Helfern bestückt wurden

Jede Box sieht anders aus und wird hoffentlich eine Vielzahl von Insekten anlocken, damit die Bäume auch Früchte tragen. „Zehn Helfer haben insgesamt zwölf Kisten befüllt“, berichtete Vereinschefin Brigitte Lange. „Einer kommt von unserer Kita“, sagte Martina Schröter. „Wohnen de lux“ nannte Christa Höld die neuen Behausungen der Insekten“ „Ich machte letzte Jahr schon mit“, sagte Susanne Braunster, deren zwei Kinder viel Spaß dabei hatten. Eine Herbstkirsche sollte es diesmal sein. „Kinder sind doch immer glücklich, wenn sie mit Schaufeln hantieren können, und so lernen sie auch noch etwas über die Natur“, sagte die Mutter.

„Als Familie pflanzen wir heute gemeinsam eine Baum“, ließ Anne Lange wissen, die mit Mann und ihren drei Kindern dabei war. „Auf diese Weise erfahren Kinder wie so ein Baum entsteht und was alles dazu gehört, bis er Früchte trägt“, sagte die 34-Jährige.

Brigitte Lange verteilte am Ende Urkunden an die Pflanzer. Der NUN hatte in diesem Jahr eigentliche Weiterre Aktionen angedacht, die coronabedingt ausfallen mussten. Dafür verteilten  einige der Mitglieder gemeinsam mit den Kindern aus der Kita „Waldgeister“ einen Tag zuvor gesammelte Saat-Samen und Blumenzwiebeln auf dem Blühbeet der Kita.

Ostseezeitung Bad Doberan vom 24.11.2019 
1. Küstenputztag – 23 Kilo Müll am Strand in Nienhagen gesammelt

Am Sonnabend hat in Nienhagen erstmals eine Putzaktion im Zuge des internationalen „Coastal Cleanup Day“ (Küstenputztag) stattgefunden. Der Verein für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen e.V. (NUN) hatte dazu aufgerufen. 23 Teilnehmer aus dem Ostseebad sowie Gäste aus Regensburg folgten dem Aufruf. Sie fanden zwischen dem großen Stein östlich des zentralen Strandaufganges und dem Aufgang zum Hundestrand in rund eineinhalb Stunden Einsatzzeit 23 Kilogramm Müll. Darunter waren diverse Plastikteile, Zigarettenstummel, Bonbonpapier, aber auch besondere Fundstücke, wie eine Brille, eine Jacke und Schuhsohlen. Eine Helferin wurde sogar mit einem Fünf-Euro-Schein belohnt, der offenbar im Sand verloren gegangen war. Entlang des Gespensterwaldes fanden die Teilnehmer zudem benutztes Toilettenpapier und Taschentücher.

Im Anschluss diskutierten die Helfer, ob mehr Mülleimer und Aschenbecher am Strand nötig wären. „Auch wurde überlegt, die Besucher des Strandes auf Schildern darüber aufzuklären, welche Folgen unkontrolliert weggeworfener Müll für das Meer und die Umwelt hat“, berichtete Johanna Ferretti vom Verein NUN.

Ostseezeitung
28 neue Obstbäume für das Ostseebad

Von Sabine Hügelland – Ostseezeitung Bad Doberan vom 4.11.2019

Nienhagen. Der Himmel ließ Regen befürchten – und so kamen sie am Sonnabendvormittag in Regenjacke und Gummistiefeln ins Wohngebiet An den Weiden: 50 hoch motivierte Einwohner und Gäste, die dem Aufruf zur ersten Baumpflanzaktion des Vereins für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen e.V. (NUN) gefolgt waren. Eine Streuobstwiese soll auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche entstehen. Damit die zum Teil noch unerfahrenen Teilnehmer keine Fehler machten, erklärte Wolfgang Lange, wie es geht. „Unter die Wurzeln kommt dünner Maschendraht, als Schutz vor Fressfeinden“, sagte der Nienhäger. „Bitte achtet darauf, den Baum nicht zu tief zu setzen“. Die Veredelungsstelle müsse zehn Zentimeter tief aus dem Boden ragen, ergänzte der Baumexperte Edwin Sohn. Wolfgang Lange, dessen Frau Brigitte die Leiterin des NUN ist, verteilte unterdessen Pflanz-Anleitungen für die Birnen-, Apfel-, Kirsch- und Quittenbäumchen. „Und vergesst nicht die Wasserrinne zum Gießen“, gab er noch mit auf den Weg.

28 Obstbäume alter Sorten aus der Kröpeliner Baumschule Hinrichs, davon vier sehr alte Sorten von der Obstarche Reddelich, kamen an diesem Tag in die Erde inmitten der gemeindeeigenen Wiese. In Gruppen unterteilt und mit den Obstbäumen in der Hand, liefen die Teilnehmer zu den vor gegrabenen Erdlöchern. Drei Holzstützen mussten zuvor in den Boden gerammt werden, um die noch zarten Obstbaumstämmchen zu halten.

Martin Starmmler rollte eine Schubkarre mit wertvollem Material heran, welches prompt in die Erde kam. „Ein Kilogramm ‚HiPro-Aqua‘ speichert rund 300 bis 400 Liter Wasser“, erklärte das Vereinsmitglied. „Als organischer Dünger habe ich Mykorrhiza gewählt, weil es eine Symbiose zwischen diesem Pilz und der Pflanze bildet.“ Mit vereinten Kräften buddelte die Familie Engel aus Rostock drei der alten Sorten Butterbirne, Roter Münsterländer und Clara Fries von der Obstarche ein. „Das ist doch etwas Bleibendes und wichtig für unsere Umwelt“, war ihr Beweggrund, bei der Aktion mitzumachen. „Wir wollen helfen, die Artenvielfalt zu erhalten“., sagte die Nienhägerin Susanne Branstner. „Unsere Kinder sollten lernen, was es bedeutet, unsere Umwelt zu schützen und was damit einhergeht“. Ein Apfelbäumchen setzten sie in den Boden. „Es steht im Bebauungsplan, dass hier nur zweimal im Jahr gemäht werden darf, damit sich auch die Wiese natürlich erhalten kann“, machte Brigitte Lange deutlich. „Von der Akademie für nachhaltige Entwicklung haben wir eine Förderung über den Streuobst-Genussschein erhalten – damit ist eine zehnjährige Verpflichtung verbunden, uns um die Bäume zu kümmern“. Die Teilnehmer übernahmen eine Baumpatenschaft. „Allerdings müssen die Bäume regelmäßig professionell beschnitten und gepflegt werden“, erklärte die Vereinsvorsitzende. „Damit entstehen Kosten, die wir zum Teil daraus decken. „Elf ehrenamtliche Mitglieder engagieren sich bei NUN. „Von der Obstarche erhielten wir 14 Wasserkanister – falls es im kommenden Sommer sehr trocken wird“, sagte Brigitte Lange. Der Verein kümmert sich – aber in so einem Fall werden wir Hilfe benötigen.“ Auch Bernd Ahrenz, Dr. Karola Schütze und Klaus Schütze freuten sich über ihren Pflanzerfolg. „Klar bin ich stolz“, so Ahrenz. „Dann schauen unsere Enkel in 50 Jahren, was daraus geworden ist.“ Viele Kinder machten mit und lernten so von Eltern und Großeltern, dass ein Baum weit mehr ist, als nur ein Holzproduzent. Mira Schneiders lebt in England – Ihre Eltern wohnen in Nienhagen: „Auch bei uns ist die Angst vor dem Klimawechsel hoch“, sagte die 32-jährige, die gemeinsam mit Johanna Ferretti eine Baum in die Erde setzte.

Am Ende waren alle Teilnehmer zwar klitschnass, aber glücklich, etwas für die Umwelt getan zu haben. Bei Kuchen und heißen Getränken verweilten einige noch eine Zeitlang unter einem Zelt und ließen die Aktion nachklingen.

Ostseezeitung
Sölle sollen erhalten bleiben

Ostseezeitung Bad Doberan vom 21.09.2017 von Sabine Hügelland

Nienhäger retten Biotop aus der Eiszeit

 

Nienhagen. Meer, Steilküste, Gespensterwald – das sind die Attraktionen von Nienhagen. Dabei gibt es noch mehr: „Schaut doch mal auf eure Felder“, sagt Dr. Thomas Engelhardt.

„Dank der wenigen Umwelteingriffe der vergangene 40 bis 50 Jahre haben sich hier biologische Formationen erhalten, die es im Westen kaum noch gibt.“

Engelhardt meint die 10 000 Jahre alten Sölle, die Wasserlöcher auf den Feldern. Die meisten von ihnen entstanden nach der letzten Eiszeit, als große Eisbrocken eingeschlossen im Boden langsam abschmolzen. Für die Menschen in der Region stellen sie nichts Besonderes dar. Engelhardt: „Ihr habt hier etwas, dessen Wert Euch nicht bewusst zu sein scheint.“

In Nienhagen können etwa 40 Sölle identifiziert werden. Nicht alle sind noch intakt. In der DDR-Zeit verlegte man Drainagen, auch Sölle wurde so trockengelegt. Was übrig blieb sind ärmliche Grasbüschel. „Diese Biotope sind landschaftlich und ökologisch für Flora und Fauna sehr wichtig“, sagt Engelhardt. „Wo Sölle sind, ist das Land eigentlich nicht für Bebauung und Landwirtschaft geeignet“, sagt er.

Sölle haben bisweilen Namen, weil sie in der Vergangenheit für die Menschen wichtig waren. Krebse, Fische und Wasserlinsen ergänzten einst die Ernährung der Bevölkerung. Außerdem lieferten sie Baustoffe wie Weide und Schilf und Dünger für die Felder. Tieren dienten sie als Tränken, und im Brandfall holten die Menschen ihr Löschwasser aus den Teichen. „Daher standen frühe Besiedlungen stets in der Nähe von Söllen, auch in Nienhagen“, erläutert der Wissenschaftler.

Mit Unterstützung von Engelhardt, der Gemeindevertretung, anderen Nienhägern und der Unteren Naturschutzbehörde konnte jüngst ein Soll An den Weiden renaturiert werden. In einem Entwurf zur Ergänzung des Bebauungsplanes Nr. 4 vom Dezember 2014 bezeichneten die Planer das wertvolle Biotop noch als „ein zum Teil wasserführender Graben und als eine vernässte Senke“.

Ein vorbildliches Soll befindet sich in der Nähe des Schulweges auf einer privaten Wiese. „Sie gehört meiner Frau“, sagt Gero Pahl. „Wir achten darauf, dass das ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt und dass Frösche und Fische im Soll leben und geschützt sind“, sagt Pahl.

Sölle, die eine Mindestfläche von 25 Quadratmetern besitzen, sind gesetzlich geschützt. „Immer wieder werden sie jedoch von profitgierigen Projektentwicklern beseitigt, von der Agrarwirtschaft zerstört oder als Abfallgruben missbraucht“, kritisiert Engelhard. „Dabei erhöhen Sölle den ästhetischen Wert des Landschaftsbildes. Sie sind Bausteine in der Vernetzung von Ökotopen.“ Der Wissenschaftler hält es für eine „lohnende Aufgabe“, landesweit die Zerstörung der Sölle zu stoppen. Die staatliche Förderung zur Renaturierung von Söllen gebe es leider nur in bestimmten Schutzgebieten, bedauert er. Er könne sich auch Patenschaften für Sölle vorstellen, mit denen die Naturdenkmäler für künftige Generationen erhalten werden.

Biotope aus der eisigen Vergangenheit
Sölle entstanden nach der letzten Eiszeit und sind in ihrem Fortbestand als Biotop und Geotop oft stark gefährdet. Ackernutzung findet meist ohne Schutzstreifen bis an den Rand der Sölle statt.

Das überreiche Nährstoffangebot der Landwirtschaft verändert die Zusammensetzung der Pflanzenwelt, Rohrkolben und Brennnesseln breiten sich aus, Verlandung oder Verschlammung setzt ein. Sölle gehören in Landesnaturschutzgesetzen zu den per se geschützten Biotoptypen in der Gruppe der Kleingewässer.

 

Ostseezeitung
Streuobstwiesen und Patenbäume 
Gründung NUN 

Nienhagen. Mehr Obstbäume und mehr Blühwiesen sollen das Ostseebad Nienhagen bereichern. Dafür gründet sich am 5. Juni der Verein für Natur- und Umweltschutz im Ostseebad Nienhagen (NUN). Interessenten können der Gründungsversammlung, die um 19 Uhr beginnt, beiwohnen.

„Wir laden dazu ein, uns anzuschließen, ob nun als Mitglied oder als Unterstützer“, sagt Brigitte Lange. Sie war diejenige, die auf der Bürgerversammlung zur Vorstellung der Gemeindeentwicklungskonzeption im Oktober 2017 den Vorschlag machte, eine Streuobstwiese im Ostseebad Nienhagen zu errichten. Spontan schliessen sich ihr acht Einwohner an.

Die Nienhägerin ist Diplom-Chemikerin und arbeitete im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in der Wasserwirtschaft, wo sie Umweltverträglichkeitsprüfungen durchführte. „Dazu gehörte auch, das ich mich unter anderem mit Flora und Fauna befasste.“ Brigitte Lange verfügt somit über das fachliche Hintergrundwissen und sie besitzt eine leidenschaftliche Beziehung zu Mutter Natur. Amelie Heidberg wird ebenfalls Mitglied. „Aufgrund meines Geologiestudiums liegen mir eine nachhaltige Entwicklung und eine schonende Nutzung der Flächen am Herzen.“ Des weiteren werden dem Verein angehören Martin Staemmler, Marita Hensel-Staemmler, Dr. Thomas Engelhardt, Elke Funke, Karin Roeske, Johanna Ferretti und Martina Schröter.

Gemeinde stimmt Konzept zu

Eineinhalb Jahre dauerte es, bis die Gemeinde grünes Licht gab und auch das Konzept stimmte. „Die Gemeindevertretung nahm am 25. April in diesem Jahr unser Konzept an“, sagte Brigitte Lange. Darin enthalten sind Standorte, Umfang, Finanzierung, Bewirtschaftung und Vorteile für die Gemeinde.

Mit um die 50 Bäume auf zusammen einem Hektar Land wird ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz geleistet. Davon profitiert Nienhagen, weil der Ort damit an Attraktivität gewinnt. Das produzierte Obst und die Obstprodukte sollen einmal der Allgemeinheit zugutekommen. Fünf Flächen stehen nun dem zukünftigen Verein zur Verfügung: drei An den Weiden und jeweils eine an der Villa Aranca und in der Kleingartenanlage. „Wir möchten vorwiegend alte Obstbaumsorten pflanzen, da die Artenvielfalt ausstirbt. Ein Apfelbaum beherbergt zum Beispiel 1000 Tierarten, wie 40 Vogelarten und diverse Insekten“, so die 61-jährige. „Wir wollen dem Rückgang von Bienenpopulationen entgegenwirken“.

Patenschaft für Bäume

Zwischen den Obstbäumen sind Blühwiesen angedacht, denn viele Kräuter locken Insekten an, die Baumschädlinge fernhalten, und das Aufstellen von Hinweisschildern und Bänken ist geplant. Nienhäger erhalten die Möglichkeit, Bäume zu kaufen als Geburts-, Hochzeits- oder Gedenkbäume oder auch eine Baum zu besitzen und Obst ernten zu können.

Tipps der Obstarche

Bereits im Vorfeld ließen sich Brigitte Lange und die anderen Mitstreiter bei den Mitgliedern der Reddelicher Obstarche beraten und arbeiteten auch mit. „Die beiden Männer von uns absolvierten dort eine zweitägigen Lehrgang zum Thema Obstbaumschnitt“, sagte sie. „Wir stehen weiterhin im Kontakt mit der Obstarche und haben den Wunsch, das ein Obstlehrpfad uns eimal verbindet. Denn schließlich befinden sich entlang des Radweges von Rethwisch nach Doberan auch Obstbäume“, ist eine Überlegung von Brigitte Lange. Wenn Einzelbaumfällungen in Nienhagen vorgenommen werden und keine Ersatzpflanzungen möglich sind, wie es der Baumschutzkompensionserlass vorgibt, könne die Zahlungen an den verein getätigt werden, der dann die Bäume anpflanzt. „Die Gemeinde unterstützt uns mit technischen Geräten vom Bauhof und es wird ein Mähmanagement mit dem Bauhof geben, dass nur ein schmaler Lauf-Streifen gemäht wird.“

Angedacht sind auch Aktionen, wie das Bauen von Insektenhotels mit Schülern und Kita-Kindern. „Und ein Vereinsleben soll sich entwickeln. Unter anderem sind öffentliche Feierlichkeiten planbar“, sagte sie. „Jetzt suchen wir nur noch einen Grafiker, der uns ein Logo entwickelt.“

Info Für weitere Informationen steht Brigitte Lange unter der Nummer 038203/81584 bereit.

O-Töne

„Ich möchte mich einbringen, damit meine Enkel noch viele Jahre unsere wunderbare Natur erleben“,
Marita Hensel-Staemmler, Mitglied

„Es ist toll, etwas Neues für alle Bewohner der Gemeinde zu erschaffen“,
Amelie Heidberg, Mitglied

Lernen Sie unser Team Kennen

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